Entstehungsgeschichte des heutigen Krabi Krabong
Früher mussten gute Soldaten folgende 3 Aufgaben erfüllen
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1. Mut, Durchhaltevermögen und vor allem keine Angst vor Gefahren
2. Ein starker gesunder trainierter Körper und Geist aber vor allem
3. Das Wissen hierüber, wie man richtig und geschickt kämpft.
Die ersten beiden Punkte versuchte man schon seit der Wiege beizubringen und wurde seit vielen Generationen weitergegeben. Der 3. Punkt jedoch ist der wichtigste.
Ein guter Kämpfer, egal aus welchem Land, mit welcher Sprache muss gute Kenntnisse im Umgang mit den Waffen besitzen, denn dann kann er auch Wissen über andere Waffen erlangen.
Aus der thailändischen Geschichte kann man erkennen, dass die thailändischen Könige und Herrscher all diese Aufgaben erfüllten.
Der König Naresuan (Ayutthaya-Reich: 1555-1605) zum Beispiel war nicht nur geschickt im Umgang mit seinem Ngaw (Form eines Speers mit Sichelaufsatz, die Klinge wenig gebogen), er konnte damals den Burmesischen Kronprinzen nicht nur in einem Zweikampf auf einem seiner Elefanten besiegen, sondern beherrschte auch die Kunst des Schwertkampfes und ebenso war er in einem waffenlosen Kampf gegen König Mangayodin siegreich.
Das Buch „Die Drei Könige“ (Chinesische Geschichte) schildert dies sehr anschaulich.
In der Episode von „Jochoo“ konnte „Machiuj“ sehr geschickt mit der Lanze umgehen und „Kautoon“ war ein Meister des Speers. Beide kämpften auf dem Pferd gegeneinander. „Kautoon“ wurde wütend und schwingt sein Ngaw auf Machiuj.
Machiuj wich aus und verletzte „Kautoon“ mit der Spitze seiner Lanze und stach „Kautoon“ in die Brust. Darauf hin warf „Kautoon“ seine Lanze und versuchte den Speer von „Machiuj“ an sich zu reißen. Der Speer zerbrach in zwei Teile und beide kämpften nun weiter mit den kleinen Hälften des Speers.
Diese Geschichte zeigt, dass die beiden Kämpfer nicht nur mit langen Waffen vorzüglich umzugehen wussten, sondern auch mit kurzen Waffen meisterhaft waren.
Aus der Chronik „I-Nau“ die die königliche Familie verfasste wurde uns folgende Episode überliefert:
„König Kamankunig“ im Kampf gegen Prinz Raden-Montri oder „I-Nau“.
Die beiden Heerführer konnten mit den verschiedensten Waffen umgehen und waren bereit jederzeit gegeneinander zu kämpfen.
Der Kampf damals begann mit einem Schwert-Kampf hoch zu Pferde.
Als die beiden jedoch erkannten, dass es nichts bringen würde, stiegen sie vom Pferd ab und führten den Kampf mit einem dem Degen ähnlichen Schwert fort.
Rasch stellte sich heraus, dass beide Meister in der Kunst des Schwertkampfes waren. Als sie merkten, dass sie auch mit dieser Wahl der Waffen nicht zu Sieg oder Niederlage gelangen würden, wählten sie die letzte Waffe – den Kris (dolchähnlich).
Erst mit dieser Waffe konnten „Raden-Montri“ oder „I-Nau“ seinen Gegner endgültig besiegen.
Aus diesen zwei Episoden kann man gut erkennen, wie gut die meisten Kämpfer mit verschiedensten Arten von Waffen ausgezeichnet umgehen konnten.
Der Kampf wurde zu einer Aufgabe, Pflicht und ein Muss für alle Männer.
Alle diensttauglichen Männer, selbst Könige, sahen es als eine Pflicht an die erfüllt werden musste.
Selbstverständlich auch die Soldaten des Königs. Auch hierzu seien einige Beispiele genannt:
- König Ramkhamhaeng (1275 n. Ch.- 1298 n. Ch. ) aus der Sukhothai Periode,
- König Naresuan (1555 n. Ch. – 1605 n. Ch. ) aus der Ayutthaya Periode und
- General Prayao Krungthonburi oder Prayao Taksin (1734 n. Ch. – 1782 n. Ch. ).
Deshalb mussten alle Männer kämpfen können, bereit jederzeit mit der Waffe seines Könnens in den Krieg zu ziehen.
Wenn das Land aufrief um in den Krieg zu ziehen, musste jeder bereit sein für sein Land mit Leib und Seele zu kämpfen.
Auch wenn der Gestellungsbefehl nur allzu schwer anzukommen vermochte, die Kommunikationsmöglichkeiten in großer Entfernung wahrlich schwer waren, aber wenn eine Zusammenführung endlich gelang, dann war man bereit in den Krieg zu ziehen.
Da diese Soldaten sich hervorragend mit Nahkampf auskannten, brachten sie schon die beste Waffe mit, die sie beherrschten. Die Regierenden mussten also keine Zeit mehr verschwenden um diese Männer noch lange auszubilden. Vor allem wurde kein Rohrmaterial mehr benötigt um daraus Waffen zu bauen. Das Einzige was nötig war, die einzelnen Waffenarten entsprechend aufzuteilen. So zum Beispiel die Schwertträger zu einer Gruppe zusammenführen, Zweihändige Schwertkämpfer in einer Gruppe, Schwert-Abwehr-Stockkämpfer, Stock-und Viereck-Schutzschild-Kämpfer in jeweils eine eigene Gruppe.
Natürlich gab es in jeder Gruppe auch die entsprechenden Gruppenführer, meist waren dies Soldaten des Königshauses.
Allein die Tatsache, dass sie von einem hervorragenden Lehrmeister ausgebildet wurden, führte dazu, dass man annehmen konnte, sie verfügen über das nötige Wissen und Können um gut gerüstet in den Krieg zu ziehen. Ohne dies jedoch im Vorfeld konkret festzustellen.
So mussten und konnten sie den Sieg nur mit dem Vertrauen in die eigenen Waffen erringen, wie zum Beispiel mit dem Schwert. Dies musste aus gutem Eisen sein- stark und stabil, nicht leicht abzubrechen und gut ausbalanciert.
Meister welche die Kunst des Kampfes lehren konnten gab es viele seinerzeit, ebenso viele gelehrige Schüler. Deswegen konnte man sofort nach fähigen Soldaten ausrufen.
Diese Lehrmeister kämpften schon in vielen Schlachten und haben sich hierbei einen guten Namen gemacht als diese noch jung und aktiv waren.
In hohem Alter sind sie dann nicht mehr im Stande so erbittert zu kämpfen wie früher, möchten aber auch nicht, dass ihr Wissen und Können verloren geht. Deshalb bilden sie Schüler aus um das Vermächtnis weiterzugeben und zu vererben bis heute.
Früher, wie schon erwähnt, wurden Kriege sehr häufig geführt, so dass manche Männer ihr ganzes Leben als Soldaten verbrachten und immer in den Krieg ziehen mussten.
Opfer für das Vaterland. Da dies so wichtig war, haben diese Männer ständig versucht erstklassige Kämpfer zu sein.
Sie mussten immer und ständig ihre sehr gute Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen, damit ihnen die Bevölkerung vertraut. Denn wenn es zu Kriegen oder Kämpfen kam, mussten sie sich auch sonst hervortun.
Deshalb halten sie sich an einen Kampfspruch: „Im Krieg kämpfen wir, im Frieden warten wir!“
Das Warten bedeutete: Training und ständige Bereitschaft für den Kampf.
Der Grundsatz des Trainings besteht aus 3 Punkten.
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1. Mentale Vorbereitung, Selbstvertrauen aufbauen um sich allen Gefahren zu stellen ohne Furcht und Angst.
2. Körperliche Vorbereitung immer in Form zu sein, stets bereit für schwierige Aufgaben oder lebenslangen Kampf.
3. Training und Bereitschaft in der Praxis der Kampfkunst, für Routine und Geschicklichkeit.
Diese oben genannten Grundsätze sind allgemein und gelten in allen Ländern und Sprachen.
Als Vorbereitung für den reinen Krieg werden sie deshalb sehr ernst genommen und vollzogen.
Das fatale daran ist jedoch, wenn längere Zeit keine Kriege geführt werden, kommt es über kurz oder lang zur Eintönigkeit. Da die Abstände zwischen den Kriegen immer länger wurden, konnte man sich vorbereiten so gut man wollte, aber wann jedoch kam der Ernstfall?
Zwangsläufig ließen so die Leistungsfähigkeit und auch die Moral nach.
Die Befehlshaber waren aber so schlau und verstanden ihre Männer zu motivieren. Sie änderten die Kampfvorbereitung in kämpferische Spiele und Wettkämpfe um. Der Spaß und Genuss der dabei entstand, weckte das Interesse an diesem Spiel und Sport.
Die Griechen und die Römer, sie standen damals im Ruf die brillantesten Kämpfer zu sein, erfanden solche Spiele- Olympiade! Noch bis in unsere heutige Zeit ist es ein großes Erbe.
Wenn man sagt, Olympiade ist ein Kampfsport, liegt man vielleicht gar nicht so falsch. Da die Sportarten ursprünglich für den reinen Kampf gedacht waren.
Einige Beispiele belegen dies sehr deutlich. Diskuswerfen, Speerwerfen, Hürdenlauf, Schnelllauf oder Sprint und Marathonlauf.
Selbstverständlich haben auch die thailändischen Krieger ihren eigenen Kampfsport entwickelt zum üben und Spielen in kriegsfreien Zeiten.
Man nannte diesen Sport Krabi Krabong.
Krabi Krabong bedeutet im übertragenden Sinn „Kurz und Langwaffe“.
Von allen verschiedenen Sportarten, die als Vorbereitung für den Kampf gelten, ist keines davon so direkt und kampfnah wie Krabi Krabong.
Krabi Krabong ist die Kopie eines Kampfplatzes.
Man nehme den Rohstoff Rattan und bastelt daraus einen Degen, Schwert, Ngaw u.s.w.
Dann baut man Viereckschutzschilde, Rundschutzschilde, Abwehrstock etc.
Dann veranstaltet man Spiele oder Wettkämpfe, Einzelkämpfe wie auf dem Schlachtfeld.
Dabei lernt man Angriff und Verteidigung wie im richtigen Kampf. Deshalb ist es auch eine Sportart die sehr gut Körper und Geist trainiert.
Die Geburtsstunde des Krabi Krabong kennt eigentlich keiner mehr so richtig. Und auch nicht wo oder von wem es erfunden worden ist, weil keiner eine richtige historische Quelle finden kann.
Das liegt vielleicht daran, dass die damaligen Lehrmeister nur in der Praxis lernten und es auch so entsprechend weiterleiteten, ohne an die Theorie zu denken.
Deshalb fehlte den Lehrlingen jegliches Wissen darüber. Aber da die Thailänder schon seit Urzeiten ausgezeichnete Kämpfer waren, nimmt man an, dass Krabi-Krabong auch schon lange existiert.
Beweise bzw. Niederschriften darüber glaubt man in der Zeit von Rama II, Ratanakosin Reich gefunden zu haben. Seine königliche Hoheit hat damals einen Eintrag in das Buch „I-Nau“ hinterlassen mit folgendem Inhalt.
Als König Manpayapripremkaemsun I-Nau sah, als dieser sich verbeugte sagte er sofort:
„Ich habe schon viel von deinem Ruf gehört. Dass du ein Meister der Degenkunst bist und dich dabei gewand und anmutig bewegst. Also, tanz mir diesen Degentanz vor und veranstalte noch andere Tänze und Kämpfe. Stock, Schwert, Stab und Schutz zeige mir und lass mich erfreuen.“
Dieser Inhalt zeigt, dass Krabi Krabong schon damals sehr bekannt war.
In der Zeit von Rama III schrieb der Dichter Suntornpu (1786–1855) die Märchengeschichte in dichterischer Form
„Phra-Apaimanee und Seesuwan“
Beide waren Brüder. Sie verabschiedeten sich von Ihrem Vater, der ein König war, um in den Wald zu ziehen. Es war ein alter Brauch Wissen und Kampfkünste bei Meister Tisapamag zu erlernen.
Zum Schluss trafen sie doch die Meister, die aber verschiedene Kunststücke beherrschten – wie im folgenden Abschnitt dargestellt.
Nach 15 Tagen Reise durch den Urwald sind sie wieder angekommen und groß war der Jubel der Gemeinde, gab es zwei Meister.
Einer davon ist ein Meister im Flötenspiel.
Es hieß: „Wen auch immer dieser Klang trifft, wer auch die Töne erhört, der wird von seiner Seele befreit in Tiefschlaf fallen und vergessend erwachen.
Später in der Zeit von Rama IV lebte König Mongkut (1851-1868). Dieser liebte Krabi Krabong so sehr, dass er seinen Enkelkindern befahl diese Kampfkunst zu erlernen. Im Jahre des Tigers (1866) war der Beginn der Mönchsjahre des Königs, so wie die Sitten und Bräuche des Königshauses es vorschrieben.
Der König befahl seinen Enkelkindern, den Prinzen, dass wenn er Mönch sei, mögen sie sich in „Wat Siratasadsadaram“ (heute „Tempel des grünen Smaragd-Buddha) vorführen.
Die damaligen Krabi Krabong Vorführungen beinhalteten folgendes:
1. Paar: (Krabi) Degen
Kämpfer/Spieler
(Yaofah) Yaturongrasami (wurde später der oberste Schatzmeister), gegen
(Praong-Yao) Kumaladlusun
2. Paar: (Plong) Stock
(Praong-Yao) Kadnangyukon, gegen (Praong-Yao) Taviwanjalab
3. Paar: ( Ngaw ) Stock mit einem kurzem Schwertaufsatz
(Praong-Yao) Suksawan, gegen
(Praong-Yao) Tonggongoongyai
4. Paar: ( Dab-Soong-Mueh ) zweihändigen Schwertkampf
(Praong-Yao) Unakorn-Anant, gegen (Praong Yao) Chumponradsompok
Krabi-Krabong entwickelte sich in der damaligen Zeit unglaublich. Denn wenn einem König eine Sportart beliebte, wird diese fast zum Volkssport. Die meisten Bewohner und Untertanen fingen dann auch an, sich für diese Sportart zu interessieren. Deshalb war Krabi-Krabong damals ein beliebtes Spiel an besonderen Festen und Zeremonien, wie zum Beispiel bei Taufen.
Natürlich durfte bei der Zeremonie zur Vorbereitung auf das Mönchdasein und anderen buddhistischen Zeremonien wie Tood-Kratin und Tood-Prapa, darf eine Krabi-Krabong Vorführung nicht fehlen.
Da alle Enkelkinder des Königs Mongkut die Krabi Krabong Kunst beherrschten, glaubte man, dass König Rama V Chulalongkorn die Kunst des Thai-Boxen aber auch Schwert- und Stockkampf mit Staatsgeneral Yotanuyod übte.
Natürlich beherrschte der König selbst diese Kunst ausgezeichnet und er liebte es deshalb bei allen nur denkbaren Anlässen seine Kampfkunst selbst vorzuführen. Aus diesem Grunde erfreute sich zu dieser Zeit Krabi Krabong außerordentlicher Beliebtheit und man hatte viele Möglichkeiten mehrmals im Jahr von den verschiedensten Gruppen recht anschauliche Vorführungen zu bestaunen.
Bis zu König Rama VI (1919-1925). Dann wurde es ein wenig stiller um Krabi Krabong. Auch wenn der König Rama VI sich für thailändische Tänze und Kulturen interessierte, bestand dieses Interesse nicht so sehr wie bei seinem Vater König Rama V Chulalongkorn.
Trotzdem konnte man noch einige Male Krabi Krabong Aufführungen zu seinen Ehren bestaunen, wie zum Beispiel im Jahre 1917 und 1919.
Das „Ministry of Education“ veranstaltete zu seinem jährlichen Sportfest eine Krabi Krabong Aufführung für seine Hoheit im Vorgarten von Samakajayansamakom (heutige Suankularb Wittayalai School)
Bei diesen beiden Aufführungen führte der Meister „Natephasadin na Ayutthaya“ selbst seine Kunst vor.
In der verbleibenden Regierungszeit wurden immer weniger Krabi Krabong Vorführungen gezeigt. Dafür aber nahm das Muay Thai immer mehr an Beliebtheit zu.
Wie zum Beispiel in der Zeit als man Muay Thai gegen Eintrittsgeld vorführte um Waffen für „die wilden Tiger“ (Schüler, die keine Soldaten sind, aber eine militärische Ausbildung genießen) von der Suankularb Wittayai School kaufen zu können. Diese Vorführungen erhielten großen Anklang.
In der Zeit Rama VII gab es dann nur noch vereinzelt Aufführungen zu sehen. Meister Nak Thephasadit na Ayutthaya ist einer der diese Kunst seit der Kindheit erlernte und diese Kampfkunst auch gern pflegte.
Er versuchte diese hohe Kunst zu erhalten und sich mehr der Welt zu öffnen. Als Rektor einer mittleren Sportschule, versuchte er im Jahre 1935 den Schülern 1 Jahr lang die Kampfkunst Krabi Krabong beizubringen – mit Erfolg.
Im Jahr 1935 wurde offiziell das Schulfach Krabi Krabong ernannt und für die Sportschulen anerkannt. Von da an gab es immer mehr Krabi Krabong Schüler und Könner.
Die meisten dieser gelehrigen Absolventen wurden später als Beamter oder Lehrer an Sportschulen auf das ganze Land verteilt.
Die Thailändische Bevölkerung interessierte sich sehr dafür – bis in die heutige Zeit.
Jetzt ist Krabi Krabong zu einem allgemeinen Schulfach in das heutige Schulsystem integriert worden. Damit wir diese Kampfkunst nie mehr vergessen können ist es zu einer Kunst geworden, mit der wir uns bis in die Zukunft präsentieren können.
Waffen des Krabi Krabong
Mai-Sun: (Kurz-Holz)
Das Mai-Sun ist nicht wie andere Waffen. Zu Beginn wurde erwähnt, dass Krabi Krabong eine Nachahmung der Kämpfe darstellt. Mai-Sun aber ist keine Nachahmung von irgendeiner Waffe. Vielleicht ist es eine Erfindung von einem Krabi-Krabong Meister gewesen, um den Unterarm, d.h. vom Ellenbogen bis zu den Fingerspitzen zu schützen.
Mai-Sun hat eine ähnliche Form wie der Unterarmknochen. Es ist ein Viereckiges Holzstück, ca. 45 cm lang und ca. 7 cm breites und dickes Holz. In den Innenseiten ist es hohl ausgeschnitten, damit dieses direkt auf dem Unterarm liegt. Außen ist es ein klein wenig rund gebogen, mit Löchern für Seile, so dick wie der kleine Finger.
Damit bildet man eine Schlaufe, führt den Arm hindurch, um das Stück Kurzholz am Unterarm anzubinden. Die Hand selbst hält sich am ersten vorderen Holzstück fest.
Das zweite, hintere Holzstück ist zum Schutz der Finger vorgesehen. Das Kurzholz zieht man über beide Unterarme um sich zu verteidigen gegen Stock und Stab.
Der erste Gedanke des Erfinders war wohl, dass ein Krabi Krabong Kämpfer sich auch ohne Waffen verteidigen können sollte. In dem man versucht, den Gegner so nahe wie möglich an sich heranzukommen zu lassen, so dass dieser nichts mehr ausrichten kann. Daher erfand man das Mai-Sun damit man den Unterarm schützt und weniger Schmerzen erleiden muss. Es zeigt auch den Mut sich einem Gegner zu stellen der eine Waffe wie Stock und Stab besitzt. Wenn aber ein Gegner nah genug herangekommen ist, dann ist der Stockkämpfer im Nachteil.
Dann kann er bei seinem Gegner mit der Waffe nichts mehr ausrichten. Jetzt ist nur noch der May-Sun Kämpfer im Vorteil. Wenn man aber den Kampf zwischen Mai-Sun und Stock/Stab richtig beobachtet, dann erkennt man, dass der Stock/Stab mehr Vorteile besitzt und effektiver ist.
Wenn der Stock/Stab Kämpfer die Kunst des Kampfes mehr beherrscht als der Mai-Sun Kämpfer, dann hat der Mai-Sun Kämpfer keine Chance.
Deshalb ist das Können beider Kämpfer enorm wichtig. Selbst wenn sich 2 Kämpfer ebenbürtig sind, so kann der Mai-Sun Kämpfer nichts ausrichten. Dennoch ist das Mai Sun eine effektive Waffe in der Kurzdistanz.
Loh: (Rundschild)
Das Rundschild wird aus Holz mit einem Tierhautüberzug oder aus Metall gefertigt.
Plong oder Sri-Sok: (Langstock)
Der Langstock ist die typische Schlagwaffe, welcher zumeist aus Rattan hergestellt und mit Gravuren und Ornamenten versehen wurde.
Ngaw: (Lanze mit Sichelaufsatz)
Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Langwaffe, die zumeist vom Rücken eines Kriegselefanten sehr effektiv eingesetzt wurde, aber auch im Bodenbereich ihren Einsatz fand. Diese Waffe besteht aus zwei Teilen. Der untere längere Griffteil ist aus Holz und rundlich geformt. Der obere Teil ähnelt einem Schwert. Ngaw ist eine Hieb- und Stichwaffe, wobei auch der längere Griffteil zum Blocken und Schlagen eingesetzt wurde.
Krabi: (Degen)
Der Degen eignet sich als ideale Hieb- und Stichwaffe. Er ist mit einer schmalen Klinge versehen, sowie einem runden Handschutz, Griff und Schaft. Anwendung fand der Degen als einhändige Waffe für den Kämpfer zu Fuß.
Daab: (Schwert)
Die wohl effektivste Waffe eines Kämpfers der damaligen Zeit. Verwendung fanden ein Schwert, Doppelschwert oder Schwert mit Schild.
Dung, Kaen: (Langschilde)
Langschilde wurden als reine Block- und Schutzwaffe eingesetzt. Die Grundmaterialien bestanden meist aus Holz und Tierhäuten.
© ® Professor Vichit Cheechern und Guido Reimann
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Quellen: Lehrmaterial des Professor Vichit Cheechern (Arsom Silp Institute Bangkok-Thailand).
Auszugsweise ins Deutsche übernommen von Guido Reimann.