I Ihlower Trialog – Urlaub, Ch´i und innere Künste
Wir bieten Euch die Gelegenheit, an einem 4-tägigem Intensiv-Seminar im Gästehaus “Am Ihler Meer“ in der weiten Landschaft Ostfrieslands teilzunehmen.
Ihr habt die Möglichkeit, beliebig nach Euren Wünschen bis zu fünfmal(!) pro Seminartag am Unterricht teilzunehmen; eine “Qual der Wahl†zwischen den Unterrichtsangeboten gibt es nicht, da alle Trainingseinheiten, mit Zwischenpausen, hintereinander stattfinden.
Ob Anfänger oder Fortgeschrittene, für jeden ist etwas dabei – für Frühaufsteher vor dem Frühstück Qigong, danach folgen die beiden ersten Unterrichtseinheiten und nach einer angemessen langen Mittagspause (Euer Mittag-/Abendessen könnt Ihr im Restaurant & Cafe Strand-floh – wo wir auch frühstücken, unweit vom Gästehaus – oder in einem der Restaurants des Ortes einnehmen) die vierte und fünfte Einheit, wobei letztere ganz besonders konzipiert ist: entweder mit den 3 Referenten gemeinsam an einem stilübergreifenden Thema arbeiten oder freies Üben der TeilnehmerInnen mit Korrektur durch alle Referenten.
Aber auch Ruhe und Entspannung müssen nicht zu kurz kommen – Ihlow liegt in der Nähe von Aurich, Leer und der Hafenstadt Emden im grünen Herzen Ostfrieslands. Laßt den Wind der Nordsee Euren Kopf “freipustenâ€, besucht die Sehenswürdigkeiten oder das Naturfreibad, “schwänzt†den Unterricht und geht spazieren und laßt die Seele baumeln.
Veranstalter und alleiniger Ansprechpartner für Informationen und Anmeldung (Anschrift siehe Seite 3 u. 4):
Friedhelm Tippner centermove@go4more.de Tel.: 0 21 37 / 10 40 02 (nur ab 17.30 Uhr bis 18.30 Uhr!)
DAS PROGRAMM:
Anreisetag: Donnerstag, 18. September am späten Nachmittag/frühen Abend Begrüßung der Teilnehmer und Vorstellung der Referenten und Stile.
SEMINAR: Freitag, 19. September bis einschl. Montag, 22. September 2008
07.30 – 07.50 Uhr – Qigong
08.00 – 09.00 Uhr – Frühstück
09.00 – 10.30 Uhr – Referent/Thema A (die tägliche Abfolge der Themen werden vor Ort bekanntgegeben!)
10.45 – 12.15 Uhr – Referent/Thema B
12.15 – 16.00 Uhr – Mittagspause
16.00 – 17.30 Uhr – Referent/Thema C
17.45 – 19.15 Uhr – gemeinsames Training an einem stilübergreifenden Thema oder freies Üben mit Korrektur
Abreisetag: Dienstag, 23. September Gemeinsames Frühstück und Verabschiedung der Teilnehmer, Abreise -> Ende der Veranstaltung
DIE SEMINARGEBÜHR:
Für Ganzfrühbucher (bis zum 26. März 2008) 420,- Euro, für Frühbucher (bis zum 26. Mai 2008) 445,- Euro, danach 485,- Euro Gesamt-Teilnehmergebühr pro Person; (Ermäßigungen für Kinder nach Absprache).
Die Seminargebühr beinhaltet:
• Unterrichtspauschale
(pro Seminartag 4 Unterrichtseinheiten zu je 90 Minuten min., Qigong ca. 20 Minuten min.),
• 5 x Frühstück/Übernachtung im Doppelzimmer,
(die komfortablen Doppelzimmer sind ausgestattet mit Dusche/WC, Farb-TV und Radio),
• die kostenlose Benutzung der Sauna und der Geräte des direkt neben dem Gästehaus gelegenen Sportzentrum
„Crocodiles“ (80 Geräte, 350 qm Fläche, Wellnessbereich mit Saunalandschaft),
• des Naturfreibades „Ihler Meer“, ebenfalls in unmittelbarer Nähe zum Gästehaus und natürlich auch kostenlos
(das „Ihler Meer“ gilt als eines der schönsten und kinderfreundlichsten Freibäder Ostfrieslands),
• sollte das Wetter einen Unterricht im Freien nicht möglich machen – kein Problem. Wir trainieren dann ganz einfach
– selbstverständlich auch ohne Zusatzkosten – in der Gymnastik- und Kampfsporthalle, die mit 440 qm ausreichend groß sein dürfte und haben dann sogar noch Mattenflächen, Spiegelwände und Sandsäcke zur Verfügung.
DIE REFERENTEN UND DIE THEMEN:
Christian von Praun – Individual Combat System
unterrichtet ICS auf der Basis der philippinischen Kampfkünste: www.individual-combat-system.eu
Eskrima, die philippinische Kampfkunst, ist auch unter den Namen Arnis oder Kali verbreitet.
Die Ursprünge liegen im Dunkeln, man geht jedoch davon aus, dass die Filipinos ihre ursprünglichen einheimischen Kampfkünste durch die Kampfkünste der europäischen Eroberer ergänzt haben, dadurch ist eine einzigartige Mischung entstanden.
Auch wenn Eskrima hauptsächlich durch seine Stocktechniken bekannt wurde ist es ein komplettes Kampfsystem.
Giles Rosbander – Ma Tsun-Kuen Tai Chi Chuan
unterrichtet die Tai Chi-Grundprinzipien „Peng-jin“ und „Lü-jin“: www.tai-chi-chuan-chemnitz.de
Ich möchte mein Thema so beschreiben: „Peng-jin“ und „Lü-jin“ im kontrollierten Üben und in freier Umsetzung.
Die zwei wichtigsten und typischsten Energien in Tai Chi Chuan sind peng-jin (‚voll‘ werden, expandieren) und lü-jin (‚leer‘ werden, sich auflösen).
Im Zusammenspiel ergeben sie die Wechselwirkung von yin und yang, die hier nichts mit Esoterik zu tun hat, sondern als Kampfkunst konkret fühlbar und überprüfbar ist.
Zugleich sind peng-jin und lü-jin die Hauptbausteine für alle Figuren und Anwendungen im Tai Chi Chuan.
In dieser Themenreihe werden wir uns zuerst mit den zwei Energien mittels klar definierter Partnerübungen vertraut machen und dann untersuchen, wie wir diese Energien zunehmend frei und spontan unter „chaotischen“ Umständen einsetzen können.
Es können dabei durchaus erkennbare „Anwendungen“ entstehen, aber diese sind nicht gewollt oder geplant, sondern, von den zwei Energien gesteuert, dem jeweiligen Angriff angepasst.
Ein Schlüsselement bei der Entstehung von peng-jin und lü-jin ist der Umgang mit den Richtungen „Himmel und Erde“ bzw. mit der Schwerkraft.
Vor allem durch ein gleichzeitiges Aufrichten und Loslassen in der Wirbelsäule werden alle Gelenke geöffnet und aktiviert. Nur so können sich „voll“ und „leer“ schnell, stimmig und effektiv abwechseln. Die Interpretation der zwei Energien beruht auf dem Ma Tsun Kuen-Stil des Tai Chi Chuan, dürfte aber stilübergreifend anwendbar sein.
Friedhelm Tippner – Xinyi Liuhe Bafaquan (Wasserstilboxen)
Anwendung sowie die Prinzipien dieses daoistischen Neijia-Stils: http://liuhe-bafa.ma-blog.de
Ein berühmter Satz aus dem Daodejing lautet: „Wasser ist wohl das sanfteste und weichste Element, dass wir uns vorstellen können … und trotzdem, wenn Wasser sich entschließt anzugreifen, gibt es nichts was hart genug, nichts was stark genug, nichts was mächtig genug wäre, um dem Wasser auf Dauer zu widerstehen.“
Liuhe Bafa (6 Vereinigungen/Harmonien – 8 Methoden) wird wegen seiner fließenden und wellenartigen Bewegungen auch Wasserstilboxen genannt und ist eine exquisite und ausgesprochen seltene innere Kampfkunst.
Der Legende nach soll Liuhe Bafa von dem daoistischen Mönch Chen Tuan während der Song-Dynastie (960-1279 n.Ch.) entwickelt worden sein, öffentlich unterrichtet wurde es erst gegen Ende der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Shanghai von Meister Wu Yi Hui (1887-1961).
Der Alternativname „Wasserstilboxen“ gründet sich im daoistischen Verständnis über den Wechsel der verschiedenen Zustandsformen des Wassers und der darin verborgenen Qualitäten: Wasser steigt auf (Dampf), fällt bzw. fließt (Flüssigkeit) und gefriert (Eis). Hat man die wirklich seltene Gelegenheit, einen Praktiker beim Üben der Form des Liuhe Bafa zu beobachten, verwechselt man es oft mit Taijiquan – jedoch verschmelzen im Liuhe Bafa in unnachahmlicher Genialität die fließend-weichen Bewegungen des Taijiquan = „Wasser“ mit den Spiralen und Kreisen des Baguazhang = „Dampf“ und den kraftvoll-dynamischen Elementen des Xingyiquan = „Eis“ zu einem selten gelungenen Synergismus.
Doch darüber hinaus enthält Liuhe Bafa auch typisch-Eigenes, das in den genannten Stilen nicht vorkommt.
Liuhe Bafa ist, auch für AnfängerInnen, ein wahrer Schatz; der erste Teil der Form legt u.a. Wert auf die Verbindung der Körper/Geist-Beziehung, dem Üben von Absicht (Yi) und Achtsamkeit, dem Öffnen und Beleben der Energiekanäle sowie der sanften, aber nachhaltigen Steigerung des leiblichen Wohlbefindens und der Pflege der Gesundheit. Der zweite Tei ist u.a. eine hervorragende Übung zur Öffnung des zentralen Energiekanals und der Zentrumsverbindung; nach dem Üben fühlt man sich energiegeladen, lebendig und gleichzeitig gelassen, ruhig und erfüllt vom Sein.
Über die ersten “Bilder†der Form möchte ich interessierten TeilnehmerInnen dieses kostbare Juwel der daoistischen inneren Kampfkünste vorstellen, aber wir werden uns auch mit den Prinzipien und deren formalen und freien Anwendungen befassen, denn nicht zuletzt ist Liuhe Bafa auch eine innere Kampfkunst, d.h., der Aspekt der Selbstverteidigung kommt ebenfalls nicht zu kurz.