Latigo, die philippinische Peitsche
Latigo, die philippinische Peitsche
Im Rahmen meiner Trainingsreise zu Krishna Godhania im August 2004 wurde ich in einen weniger bekannten Bereich der philippinischen Kampfkünste, den Gebrauch der Peitsche (Latigo), eingeweiht.
Wie auch das Bolo war die Peitsche zunächst ein landwirtschaftliches Nutzgerät welches zur Waffe umfunktioniert wurde. Der Vorteil der Peitsche gegenüber anderen einhändig geführten Waffen liegt in der größeren Reichweite, mit Schlägen aus den verschiedensten Winkeln auf Körper, Gesicht, Hände, Beine und Füße des Gegners wird dieser auf Distanz gehalten.
Ein mit einer Schlagwaffe bewaffneter Gegner wird versuchen diese Distanz zu überbrücken; um dies zu verhindern bzw. zu erschweren, wird die Peitsche oft in Kombination mit einem Dolch in der anderen Hand benutzt.
Durch die hohe Geschwindigkeit (eine Peitsche knallt dann wenn die Spitze die Schallmauer durchbricht) sind Treffer sehr schmerzhaft. Um diese Wirkung noch zu erhöhen sind oft kleine Klingen an der Spitze der Peitsche angebracht.
Nun wird man in Mitteleuropa im Falle eines Angriffs höchst selten eine Peitsche zur Hand haben. Die Peitsche ist es dennoch Wert als vollwertige Waffe angesehen und trainiert zu werden. Sie schult zum einen in hohem Maße die Koordinationsfähigkeit. Zum anderen können verschiedene Techniken mit anderen flexiblen Gegenständen wie z. B. einem Hosengürtel ausgeführt werden. Es ist also durchaus noch zeitgemäß sich mit einer „alten“ Waffe wie dem Latigo zu beschäftigen.
Eine Auswahl für das Training tauglicher Peitschen befindet sich hier: Link 1, Link 2, Link 3. Von allen der dort gelisteten Peitschenmacher besitze ich eine Peitsche und bin mit allen zufrieden.
Christian von Praun
Düsseldorf, den 23.08.04