• Impressum
  • Datenschutz
Individual Combat System
  • Home
  • Training
  • Trainer
  • Kontakt
  • Privatunterricht

Stile

Serrada Escrima nach GM Angel Cabales

Christian 9. Februar 2007

Serrada Escrima nach GM Angel Cabales

Ein kleiner Einblick von Roberto Laura

Was ist Serrada Escrima?

Das Serrada Escrima ist eine traditionelle Kampfkunst. Es setzt sich aus den Techniken der einheimischen Kalista und dem spanischen Espada y Daga der Conquistadores aus dem 17. Jahrhundert zusammen. Das System basiert auf 12 Angriffswinkel und den dazugehörigen Kontertechniken. Traditionell lernt der Schüler zuerst die Prinzipien von Stand und Gleichgewicht. Anschließend widmet sich die Ausbildung den Grundpositionen und den dazugehörigen Angriffsschlägen. Im nächsten Schritt werden dem Schüler – angefangen bei Winkel 1 – Winkel für Winkel verschiedene Konter (engl. Counters) und Entwaffnungen beigebracht.

Das Serrada Escrima ist eine komplette Kampfkunst. Es basiert zwar auf der Klinge (Espada y daga), deckt aber gleichermaßen den Stock-, Messer- und waffenlosen Kampf ab.

Der erste belegbare Name welcher mit dem Serrada Escrima in Verbindung gebracht werden kann, ist der legendäre Felicissimo Dizon. Dizon seinerseits gab das System an Angel Cabales weiter. Dieser eröffnete 1966 die erste, für alle Nationalitäten, Rassen und Religionen, offene Escrima-Schule in Stockton, California.

Markenzeichen des Serrada Escrima

Individualität, Ökonomie der Bewegung, Präzision, Timing, eine hochentwickelte Körpermechanik, Schnelligkeit, Bewegungsfluss und explosive Kraftentfaltung sind die bestimmenden Markenzeichen dieser ausgeklügelten Kampfkunst.

Was bedeuten die oben erwähnten Markenzeichen im Einzelnen?

Individualität

Korrekturen finden nur dann statt, wenn der Schüler gegen die Prinzipien des Serrada verstößt. Der Stock ist ein Katalysator, welcher dem Schüler u. a. hilft dessen Vorlieben zu finden. Das Serrada ist ein all-around-style, und bietet für Probleme mehr als nur eine Lösung. Im Serrada Escrima schreibt man dem Schüler nicht vor, was er darf und was nicht. Will jemand direkt gegenschlagen, soll er das. Bevorzugt es jemand den Schlag kommen zu lassen um ihn aufzunehmen, kann er das auch.

Wichtig ist nur, dass man weiß wie es funktioniert und wo die Gefahren liegen. Jeder Mensch ist anders (körperlich wie geistig), und ein starres dogmatisches Befolgen von Prinzipien (: „… das funktioniert, das nicht …“) blockiert den Anwender mental! Durch die ausgeklügelte Lehrmetodik, nehmen sich Körper und Geist des Schülers im Serrada Escrima genau das was er gerade braucht.

Ökonomie der Bewegung

Die Techniken im Serrada Escrima bestehen aus Minimalbewegungen. Einer der wichtigsten Faktoren im Kampf (speziell im Nahkampf) ist die Zeit! Ein Kampf kann sehr schnell sein und eine Waffe ändert sehr schnell ihre Richtung. Darum versucht man im Serrada alle Bewegungen so sparsam wie möglich auszuführen. Die benötigte Kraft entsteht aus dem Einsatz des gesamten Körpers mit der Hüfte als Kraftgenerator.

Das Serrada Escrima verfügt über eine variationsreiche Schrittarbeit, wobei der Bewegungsradius klein gehalten wird. Auch hier wird versucht nur das Nötigste zu unternehmen.

Selbst die Lehrmetodik ist simplifiziert. Dizon und Cabales haben im Laufe ihrer Erfahrungen durch Kämpfe, alle Bewegungen und Übungen die sie im Kampf nicht gebraucht haben, aus dem System genommen. Was übrig geblieben ist, ist nur das absolut Notwendige!

Präzision

Im Serrada forciert man im Basic-Level nicht Geschwindigkeit oder Kraft, vielmehr widmet man sich der Genauigkeit. Jede Bewegung soll präzise ausgeführt werden, und einen Sinn ergeben. Je präziser man sich bewegt, desto schneller wird man mit der Zeit.

Des weiteren darf man nicht vergessen, dass in einem realen Kampf durch nervliche Anspannung die Genauigkeit abnimmt. War man vorher bereits ungenau, verliert sich die Technik im Kampf nahezu gänzlich.

Timing

Hier vermittelt das Serrada durch ausgereifte Konzepte (Reaktionsprinzip) nicht nur wie, aber speziell wann reagiert werden sollte.

Hochentwickelte Körpermechanik

Befindet sich die Körperhaltung im Moment des Schlages oder der Kraftaufnahme in idealer Statik, können entsprechen größere Kräfte entwickelt, wie aufgenommen werden. Die Prinzipienlehre der Statik ist besonders für körperlich schwächere Menschen geeignet, da dadurch fehlende Muskelmasse gut kompensiert werden kann.

Schnelligkeit

Die Geschwindigkeit resultiert in erster Linie aus den zwei o. g. Prinzipien der Präzision und der Ökonomie der Bewegung. In dem man alle Bewegungen diesen Prinzipien unterstellt, entstehen keine große Lücken im Bewegungsfluss. Man kann leicht von einer zur anderen Position wechseln, ohne weite Wege gehen zu müssen, und bleibt dabei so geschützt/ geschlossen wie möglich.

Bewegungsfluss

Der Fluss/ Flow ist das Herz aller philippinischen Kampfkünste! Durch Flow-Übungen lernt der Schüler von einer Situation in die andere zu wechseln, ohne dabei wie in einer Sackgasse zu verharren. Er lernt sich Optionen freizuhalten (Prinzip des zirkulären Denkens), und die gelernten Prinzipien lassen sich auch auf das tägliche Leben übertragen.

Im Serrada Escrima gibt es nicht viele Drills und auch nur wenige Flussübungen. Jedoch sind diese Übungen sehr ausgeklügelt und variabel. Durch Übungen wie dem lock & block und dem flow sparring, lernt der Schüler schnell alle Techniken instinktiv auszuführen und in Sekundenbruchteilen miteinander zu verknüpfen.

Explosive Kraftentfaltung

Diese wird im Serrada durch den korrekten Einsatz des ganzen Körpers in Verbindung mit der Hüfte und den sog. Load-Positions/Power-Positions erzielt. Diese technische Schulung erfährt der Schüler im Counter-Training. Die Counters sind eine Art technische Ausbildung, in den Prinzipien wie z. B. Präzision, Timing, Biomechanik, Ökonomie und eben auch Kraftentfaltung gelehrt werden.

Abschlusswort

Jede Bewegung des Serrada Escrima dient dazu den Gegner zu zerstören. Dizon und Cabales nahmen an einer Vielzahl von death-matches teil und konnten es sich nicht leiste zu spielen! Die Techniken des Serrada treffen den Gegner entweder direkt, schließen den Gegner bzw. öffnen ihn und bringen ihn aus dem Gleichgewicht um ihn anschließend hart zu treffen.

Ich hoffe mit diesem Artikel dem Leser einen kleinen Einblick in das System von Grandmaster Angel Cabales gegeben zu haben. Des weiteren bedanke ich mich bei meinem Freund Christian von Praun, der mir die Möglichkeit gab, diesen Artikel in seiner Homepage zu veröffentlichen.

Text: Roberto Laura, Neckarsulm, den 24.07.2003

Related Posts

Stile /

The Emergence of Philippine Boxing

Stile /

Die Beinarbeit im Lightning Scientific Arnis

Stile /

Interview mit Shaun Porter/Lightning Scientific Arnis

‹ Trainingsreise nach Birmingham › Grandmaster Leo M. Giron „The living blade“

Kategorien

  • aktuelle Seminare
  • Allgemein
  • Buchvorstellungen
  • Clips
  • Kickboxen
  • Krav Maga Mönchengladbach
  • Lehr-DVD
  • News
  • Personen
  • Seminarberichte
  • Seminare
  • Sonderaktionen
  • Stile
  • Technikserien
  • Trainingszubehör
  • Waffen

Schlagwörter

Arnis Bücher Dulo Dulo Eskrima Individual Combat System Kali Kampf Kampfkunst Kampfsport Kubotan Lightning Scientific Arnis Messerabwehr Palmstick Selbstverteidigung Seminar Technikserie

Back to Top

© Individual Combat System 2020
Maintained by khk
Diese Website benutzen Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.AkzeptierenErfahren Sie mehr