Sun Lutang
Sun Lutang

Meister Sun Lutang wurde 1861 unter dem Namen Sun Fuquan als Sohn eines armen Bauern in Dingxian, in der Hebei Provinz geboren. Weil er an Selbsverteidigung interessiert war, lernte er als erste Kampfkunst von einem Lehrer mit Namen Wu das Shaolin Hung Boxen, einen äusseren Kampfstil. Vom gleichen Lehrer soll er auch Light Body Methoden (Qing Gong) erlernt haben.
1882 bekam er von Meister Li Kuiyuan seinen ersten Unterricht in einer inneren Kampfkunst, dem Xing Yi (Hsing-i Chuan). Nachdem Sun Lutang alles von Li Kuiyuan gelernt hatte, empfahl ihn Li Kuiyuan an seinen eigenen Lehrer Kuo Yunshen weiter, wo er seine Xing Yi Ausbildung vervollständigte.
Es gibt eine Geschichte, die erzählt, dass Sun Lutang nach dem sehr anstregendem Training spät in der Nacht ein Räucherstäbchen anzündete und sich das Ende an der Hand befestigte. Wenn die Glut seine Hand erreichte soll er aufgestanden sein um sein morgentliches Training zu beginnen.
Ab 1891 erlernte er von Meister Cheng Ting Hua, der ihm 1894 den Namen Sun Lutang gab und von Li Yuanzhong, beides Schüler von Dong Haichuan drei Jahre lang die innere Kampfkunst Baguazhang (Pa Kua Chang).
Bei einem Besuch in Beijing lerne er durch einen Zufall den berühmten Taijiquan Meister Hao Weizhen (1849-1920) kennen, der zu der Zeit schwer erkrankt war. Sun Lutang nahm in mit nach Hause rief einen Arzt und kümmerte sich intensiv um ihn. 1911 lernte er im Alter von circa 50 Jahren von Hao Weizhen den Wu Yuxiang Stil (auch als Hao Taijiquan bekannt) des Taijiquan.
Durch den Umstand, daß er schon ein Meister in den beiden anderen inneren Stilen Xing Yi und Baguazhang war, gelang es ihm ungewöhnlich schnell die Meisterschaft im Taijiquan zu erlangen. Durch seine Arbeit an der Fakultät des Beijing Physical Education Research Institute wurde er natürlich auch von den dort unterichtenden Taijiquan Meistern Yang Shao-hou puttygen download , Yang Ch’eng-fu and Wu Chien-ch’üan beeinflußt. 1914 im Alter von 52 Jahren begann Sun Lutang seinen eigenen Taiji Stil auf den Grundlagen der von ihm erlernten Stile, insbesondere des Hao Taijiquan zu entwickeln. Sun Lutang betrachtete das Sun Taijiquan als die Krönung seiner lebenslangen Arbeit. Seine Kampfkunstlehre zeichnet sich durch die Verbindung von Kampfkunst und Daoismus aus.
Obwohl Sun Lutang ein hervorragender Kämpfer gewesen sein soll, stand bei ihm in der Taijiquan Praxis die Erhaltung der Gesundheit im Vordergrund.
In all diesen Jahren bildete sich Sun Lutang, der in seiner Jugend nur ein Jahr zur Schule ging auch akademisch weiter, weil er der Ansicht war, man wäre mit rein physischer Ausbildung nur ein halber Mann. Auch der Kalligrafie galt sein Interesse. Er sagte dazu einmal: „Ich bewege den Pinsel wie eine Klinge und die Klinge wie einen Pinsel“.
Sun Lutang bekam wärend seines Lebens einige Spitznamen wie zum Beispiel „Erste Hand unter dem Himmel“ und „Intelligenter als ein aktiver Affe“ verliehen.
Wenn Sun Lutang gefragt wurde, was das Geheimnis der „inneren“ Kampfkünste sei, soll er geantwortet haben: „Harte Arbeit“.
Moral
Sun Lutang war für seine hohen moralischen Ansprüche und seine Großzügigkeit weithin bekannt. Als eine schwere Dürre sein Heimatland 1922 traf, reiste er mit allen seinen Ersparnissen nach Hause unf half den Bedürftigen. Im nachfolgenden Frühling rief er alle seine Schuldner zusammen und verbrannte alle Rechnungen in ihrer Anwesenheit.
Sun Lutang sagt zu seinen Schülern: „Ein wahrer Kampfkunst Meister hat eine rechtschaffene Zunge und rechtschaffene Hände“.
Sun Lutangs Tod
Sun Lutang soll anhand des Buches Yi Jing (I Ging – Das Buch der Wandlungen) seinen Todestag exakt vorhergesagt haben. Im November 1933 erklärte er, daß er im Dezember sterben würde. Niemand nahm ihn ernst. Seine Vorhersage traf exakt zu. Er starb am 16. Dezember 1933 im Alter von 72 Jahren im selben Raum in dem er geboren wurde.
Nach seinem Tod wurde der Sun Stil von seinem Sohn Sun Cunzhou (1893-1963), dessen Tochter Sun Shourong (1918-2005) und Sun Lutangs Tochter Sun Jianyun (1913-2003) weiter gepflegt.
Bibliografie
Durch seine schriftstellerische Arbeit wurde der Begriff Neijia Quan als Oberbegriff für die sogenannten inneren Kampfkünste polularisiert.
1915 The Study of Form-Mind Boxing.
1916 The Study of Ba Gua Boxing.
1921 The Study of Tai Ji Quan.
1924 The True Essence of Boxing.
1927 The Study of Ba Gua Sword.
Text: www.suntaiji.de/
1929 begann er mit der Arbeit zu The Study of the Xing Yi Spear. Leider wurde dieses Buch nie veröffentlicht.
Text: www.suntaiji.de