Trainingsreise zu Shaun Porter, Lightning Scientific Arnis
Am 17.02.2007 machte ich mich auf den Weg in das vereinigte Königreich um etwas über Lightning Scientific Arnis zu erfahren, ein Stil der hier noch relativ unbekannt ist.
Der Flug nach Stanstead war ruhig und kurz, dank der Zuverlässigkeit des britischen Schienenverkehrs erfuhr ich dort, das der Zug nach Ely, Shauns Wohnort, ausfällt. Ich mußte also mit dem Bus nach Cambridge und von dort mit dem Zug nach Ely – so lernt man Land und Leute kennen…
Nachdem Shaun mich dann in Ely abgeholt hatte, begannen wir direkt mit dem Training.
Leider hatte einer seiner Söhne einen Unfall und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Wir mussten unser Training also leider weit früher als geplant abbrechen. Seinem Sohn geht es aber den Umständen entsprechend gut – das ist die Hauptsache.
Nach dieser Zwangspause machten wir uns dann am frühen Nachmittag gemeinsam auf den Weg nach London (genau mit der königlichen Eisenbahn) wo Shaun eine Gruppe unterrichtet. Nach insgesamt ca. 3,5 Stunden Reisezeit nach London hin und zurück und 2 Stunden Training endete der Nachmittag für mich um 22:00 mit einem Sturz ins Bett.
Aufgrund widriger Umstände konnten wir am zweiten Tag leider gar nicht trainieren dennoch habe ich ein paar für Lightning Scientific Arnis typische Trainingsmethoden/geräte kennengelernt über die ich hier kurz berichten möchte.
Bigay tama (to give a hit/einen Schlag geben)
Bigay tama ist das Herz des Lightning Scientific Arnis, hier lernt der Schüler hart zu schlagen, die Schläge mit der Beinarbeit zu synchronisieren, Schlägen auszuweichen, zu kontern etc.
Die Basis der Beinarbeit ist – wie in so vielen philippinischen Stilen – das Dreieck. Besonderes Augenmerk wird im LSA darauf gelegt, den Kopf durch diese Beinarbeit aus der Gefahrenzone zu halten was man in diesem Drill zweifelsohne lernt – es sei denn man mag Beulen.
Gleichzeitig wird das Austeilen von harten Schlägen trainiert putty download , die Schlaghärte entsteht hier durch gute Nutzung der Körpermechanik – es wird viel mit Rotationen und Vorspannung gearbeitet was dem Schlag eine gute Durchschlagskraft gibt.
Wenn der Trainierende in diesem Drill eine Weile geschult ist, werden Variationen eingefügt, er wird hierdurch einem kampfähnlichen Streß ausgesetzt (die Schläge werden mit aller Gewalt durchgezogen).
Sparring mit Schutzausrüstung ist im Lightning Scientific Arnis nicht bekannt, diese Aufgabe übernimmt dort der Bigay tama.
Auch wenn mittlerweile Turniere durchgeführt werden hat Grandmaster Lema nach Aussage von Shaun niemals Schutzausrüstung im uns bekannten Sinne in seinem Training genutzt; Shaun gibt den Stil in dieser Tradition weiter.
Es gibt allerdings ein recht einfaches aber vielseitiges Trainingsgerät, den
slashing stick
was diese Aufgabe teilweise erfüllt.
Im Prinzip ist der slashing stick nichts weiter als ein Stock auf den eine runde Scheibe gesetzt wird. Hierdurch kann der Traingspartner von oben auf die „Hand“ des Partners schlagen ohne diesen zu verletzen. Es gibt im Arnis von Grandmaster Lema hierfür einige sehr interessante Übungen.
Abschließend kann ich sagen das Shaun Porter Lightning Scientific Arnis sehr am Herzen liegt, wer sich für diesen Stil interessiert kann sich mit Shaun in Verbindung setzen: porter.sc@gmail.com
Text: Christian von Praun
